Das Wetter ist nicht der einzige Grund, weshalb nun viele von uns wehmütig an ihre nächste Auslandsreise denken – aber anhaltender Schneefall, Kälte und grauer Himmel lassen uns doch immer öfter von einer Flugreise träumen. Wieso nicht im Internet nachsehen, was das kosten könnte?

Flugvergleichs-Portale wie Checkfelix, Swoodoo, Kayak, flug.idealo.at und Skyscanner versprechen reumütig,stets die günstigsten Flüge für den gewünschten Zeitraum parat zu haben. Stimmt das wirklich? Und welches Portal ist dann das beste?

Test 1: Kurzfristig weg übers Wochenende

Wie wäre es mit einem kurzfristig angesetzten Kurzurlaub übers Wochenende, beispielsweise in Berlin. Folgende Wünsche sollen daher von den Flug-Suchmaschinen erfüllt werden: Flug von 5. bis 7. April nach Berlin, für zwei Erwachsene, nur Direktflüge. So haben sich die einzelnen Portale dabei angestellt:

Skyscanner ist mit einer Suchzeit von nur fünf Sekunden am schnellsten, doch die Weiterleitung auf das erste, billigste Angebot führt erneut zu einer Auswahl mehrerer Flüge (auch von solchen mit Zwischenstopps). Auch weitere Angebote in der Liste führten zunächst zu einer neuerlichen Auswahl. Das drittbeste Angebot brachte uns endlich direkt zum richtigen Angebot von 444 Euro für beide Personen.

Am zweitschnellsten mit 13 Sekunden Suchzeit war Swoodoo : Das erste angezeigte Angebot führte in die Irre, das zweite war dann das richtige: 446 Euro wären zu bezahlen.

Kayak brauchte 24 Sekunden, um etwas teurere Angebote zu offerieren – allerdings wurde man dann direkt auf die AUA-Homepage weitergeleitet, wo rund 455 Euro für das Berlin-Abenteuer zu bezahlen wären. Die kleine preisliche Differenz wird sicher so mancher Flugreisender in Kauf nehmen, weil direkt bei der Airline gebucht wird.

Checkfelix suchte 25 Sekunden lang. Das erste Angebot führte seltsamerweise zu einer Buchungsseite (flugladen.at), auf der plötzlich von 622 Euro und nicht mehr von 438 Euro die Rede war. Das ist generell kein Einzelfall bei allen Flugportalen – immer wieder läuft man in die Irre. Immerhin war dann das dritte Checkfelix-Angebot mit 445 Euro preislich kompatibel mit anderen dieser Art.

Am längsten brauchte flug.idealo.at für die Suche nach unseren gewünschten Berlin-Flügen: 30 Sekunden sind aber auch noch verkraftbar. Die umständliche Filterung der Ergebnisse erforderte dann aber extra Zeit, schließlich wären neun Stunden Reisezeit trotz des versprochenen Preises von 416 Euro doch nicht okay gewesen. Die Nonstop-Flüge würden auch hier 445 Euro kosten.

Test 2: Langstreckenflug im Sommer

Der zweite Test war für die Suchmaschinen etwas komplizierter: Wir wollten eine Asien-Reise einer Familie für den Sommer organisieren lassen, es sollte nach Singapur gehen (6. bis 27. Juli, zwei Erwachsene, zwei Kinder unter zwölf Jahren). Und es musste eine „bessere“ Fluglinie sein, also keine Aeroflot, etc – und bitte nur ein einziger Zwischenstopp, keinen Staubsaugerflug mit –zig Zwischenlandungen. Wie haben die Portale abgeschnitten?

Erneut war Skyscanner am schnellsten: 30 Sekunden benötigte das Portal, um uns Flüge via Paris mit jeweils einem Stopp um insgesamt 3450 Euro anzubieten. Diese beste Angebot führte auch richtig zur Buchung; das zweitbeste allerdings ins Internet-Nirgendwo. Angebot Nummer drei mit Qatar war dann wieder okay.

Zweitschnellstes Portal war diesmal flug.idealo.at mit 33 Sekunden Laufzeit. Es ergab sich das gleiche Angebot wie bei Skyscanner um den gleichen Preis.

Geringfügig langsamer war Swoodoo , das 34 Sekunden benötigte. Allerdings war das beste Angebot (ein Zwischenstopp) um 150 Euro teurer als die vorher erwähnten.

Mit 48 Sekunden blieb Checkfelix noch unter einer Minute, für uns verwöhnte Internet-Sucher ist da ja fast die Schmerzgrenze der Wartezeit. Bestes Angebot? Erraten: 3450 Euro mit Air France. Das zweitbeste Offert führte auch hier in die Irre, dafür war die Auswahl insgesamt erstaunlich groß und von guter Qualität.

Schon über eine Minute, nämlich genau 63 Sekunden benötigte Kayak für die Suche nach dem Singapur-Flug. Das Ergebnis war dann auch nicht besser als oben erwähnte.

Test 3: Das Handling der Suchportale

Beim Fliegen und beim Suchen kommt es aber bekanntlich nicht nur auf Geschwindigkeit an, sondern auch auf Komfort, Sicherheit, Vertrauen und ähnliche weiche Faktoren. Wie schneiden die Portale in dieser Hinsicht ab?
Am einfachsten zu bedienen ist Checkfelix, die Filterung der Ergebnisse (etwa gewünschte Abflug- und Ankunftzeiten, Flugdauer, Zwischenstopps, etc.) ist einfach und rasch zu erledigen. Gut auch die Möglichkeit, eine Preis-Übersicht über drei Tage zu machen. Das Portal gehört zur Kayak-Gruppe, deren Plattform Kayak selbst erfordert etwas mehr Arbeit, alleine wegen der Einstellungen zu Währungen, Land, etc. Praktisch ist aber dort die Möglichkeit, sich via E-Mail von Preisentwicklungen zu gewünschten Destinationen informieren zu lassen.

Eine positive Entwicklung hat Skyscanner genommen, das relativ einfach zu bedienen ist und die tolle Möglichkeit bietet, keinen Ankunftsort zu wählen – dann werden die günstigsten Angebote für den gewünschten Zeitraum angezeigt, das ist ideal für Unentschlossene. Zuweilen führen die Angebote aber in die Irre. In Deutschland sehr populär ist Swoodoo, die Bedienung ist aber nicht aufsehenerregend gut. flug.idealo.at ist am kompliziertesten zu bedienen, auch die Filtermöglichkeiten sind umständlich.

Suchen oder buchen?

Bleibt die Frage nach der allgemeinen Tauglichkeit von Flugpreis-Vergleichsportalen. Im Test hat sich gezeigt, dass die Suche nach dem günstigsten Preis im idealen Fall etwas mühsam ist, meist aber nervenaufreibend. Immer wieder wird man auf Seiten gelotst, wo dann die gesamten Daten nochmals eingegeben werden müssen oder plötzlich ganz andere Preise angezeigt werden. Zudem leiten die Portale oft zu unbekannten Anbietern, denen man wohl nicht so leicht vertrauen wird – schon gar nicht bei teureren Flügen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Vergleichsplattformen mit Werbung zugepflastert wird, vor der man sich leicht ablenken lässt – wieso nicht den Flug nach Rom um 140 Euro, obwohl man eigentlich nach Berlin wollte?

Fazit: Geduld ist nötig

Bei unserem Vergleichstest hat sich kein eindeutiger Sieger herauskristallisiert. Rechnet man Geschwindigkeit, Handling und Zuverlässigkeit zusammen, scheint Checkfelix die beste Wahl zu sein, um einen günstigen Flug zu ergattern. Skyscanner könnte fast gleichauf liegen, wenn die Qualität der Weiterleitungen besser wäre.

Suchende müssen sich aber bewusst sein, dass diese Aufgabe stets mindestens so aufwändig ist wie das Packen des Koffers oder die Orientierung am Skylink in Wien. Eventuell ist ein Mail ans Reisebüro des Vertrauens zuweilen die bessere Wahl oder zumindest eine Alternative – zumal die Reisebüros oft günstige Tickets haben, die am sogenannten freien Markt nicht zugänglich sind.