Punta Arenas 

Heute gehts in den Süden Chiles nach Punta Arenas der “südlichsten ” Stadt der Welt oder etwa doch nicht? Naja in Wirklichkeit streitet sich Punta Arenas mit anderen Südlicher gelegeneren Städten um die Bezeichnung zumindest ist Punta Arenas die südlichste Großstadt der Welt mit 120.000 Einwohner. Das Klima Hier herunten ist nicht gerade Einladend wobei die Temperatur im Sommer durchaus auf 20-25 Grad steigen kann was hier einer echten Hitzewelle entspricht.

Nun gut auf jeden Fall hatte uns Punta Arenas schon beim Anfliegen mit sehr starken Seitenwinden im Flugzeug begrüßt so dass sogar unser Pilot Schwierigkeiten hatte den Vogel Namens A320 gerade zu halten um mit den Flügeln nicht die Landebahn zu berühren. Aber wer hier her kommt der sucht ja schlussendlich das Abenteuer und der Landeanflug auf Punta Arenas war wohl ein gelungener Einstieg!

Endlich Draußen aus dem Metallvogel nach rund 20 Stunden und einigen Umsteigen- wir kamen ohne vielen Zwischenstopps direkt aus Wien- begrüßte uns die Sonne. WOW Sonne und das in Punta Arenas das ist ja ganz anders als ich es mir erwartet hatte dachte ich mir und freute mich wie ein kleines Kind. Doch wie gewonnen so zerronnen kam ein Hagelschauer mit Blitz und Donner auf uns zugerollt und da es am Flughafen für das Gepäck keine Dächer gab waren unsere Koffer nach nur 2 Minuten komplett nass das es unten wieder hinauslief……

Carina natürlich komplett fertig aufgrund der nassen Koffer hatte wieder mal Angst nicht genug Gewand mit zu haben was ja schon an Normalheit deutet da sie nie genug Gewand mit hat packte sich mit den restlichen trockenen Kleidungsstücken und einer Winterhaube ein. Ich wie immer etwas zu Sommerlich gekleidet musste feststellen hoppla es ist doch ziemlich frisch da draußen bei guten 14 Grad war mir schnell klar das der Koffer mit Badehose und T- Shirts nicht die verhoffte wärme bringen würde….

So weit so gut wir waren hier am Startpunkt unserer Reise durch Chile angekommen jetzt brauchten wir nur noch ein Auto bzw. einen Camper und den hatte ich glücklicherweise schon 5 Monate im Voraus reserviert denn um diese Jahreszeit (Dezember, Jänner, Februar) ist hier Hauptsaison und so gut wie nichts zu bekommen. Nach einem kurzen hin und her mit der Autovermietung entschieden wir uns ein Taxi zu nehmen was, wenn du keine Spanisch sprichst in einem Spanisch sprechenden Land auch gar nicht so einfach ist 🙂

Generell gilt in Punta Arenas vom Flughafen in die Stadt egal wohin 10.000 Pesos pro Taxi was allerdings nicht so ganz von jedem Taxifahrer befürwortet wird da der erste den wir angesprochen hatten meinte er kenne die Straße und auch wenn sie in der Stadt liegt dort fährt er nicht unter 15.000 hin nur wussten wir nicht warum und wir wären nicht wir wenn wir uns nicht durch die ganze Reihe von Taxifahrern gefragt hätten bis wir schlussendlich einen ganz netten Jungen gefunden hatten der uns beide für 10.000 Pesos zu unserer Autovermietung bringen sollte. Schon nach wenigen hundert Metern wussten wir warum sich die anderen Taxifahrer geweigert hatten uns dort hin zu bringen! Das konnte man doch nicht Straßen nennen dachte ich mir. Bei der Geschwindigkeit die unser Taxi über diese von Schlaglöchern (30 cm+) und Steinen übersäte Straße kutschierte hätten wir auch zu Fuß gehen können aber hei was solls dachte ich mir und so quatschte der Taxifahrer der zufälligerweise English sprach ein wenig mit uns und erzählte uns das er letztes Jahr einen Roadtrip durch Europa gemacht hatte und auch in Wien war, was für ein Zufall 🙂

Als wir nach einiger Zeit welche durch unseren am Schluss doch sehr gesprächigen Taxifahrer sehr schnell vergangen war endlich bei unserer Autovermietung Angekommen waren erwartet uns Viktor bereits mit dem ich zuvor am Flughafen telefoniert habe. Was folgte waren die üblichen Formalitäten welche ich euch hier wirklich ersparen möchte, weil sonst würde ich morgen wahrscheinlich noch da sitzen…^^

Endlich unser neues Heim für die nächsten 6 Wochen und die Freiheit überall hinzufahren und zu tun und lassen was, wo, wie und wann man es möchte und da war er auch schon der Glücksmoment alleine für dieses Gefühl hatte sich die lange und teils anstrengende Anreise schon gelohnt denn jeder der so etwas schon einmal gemacht hat weiß ganz genau was ich meine und für alle die es nicht wissen….. Tut es einfach 😉

Das erste was man natürlich macht, wenn man mit einem Camper unterwegs ist? Na ihr wisst es bestimmt! EINKAUFEN……. Und so gings mit einem Auto wessen Höhe ich nicht wusste und mir auch gänzlich unbewusst war das ich das brauchen würde erst mal in das Parkhaus des Einkaufscenters wo sich hinter mir natürlich rasch ein kleiner Stau aufbaute da ich austeigen musste um zu sehen ob wir eh nicht aus dem Bus ein Cabrio machen und uns gleich nach den ersten 10 Minuten das Dach beim hineinfahren wegreißen. Allerdings ging alles gut mit ca. 5 bis 10 cm Spielraum über unseren Köpfen ging es hinein ins Shoppingparadis was sich allerdings schnell als Irrtum herausstellte da man in Südamerika einen anderen Standard in Supermärkten hat als in Europa… Soooooo viele Menschen in einem Supermarkt und wir mittendrinn Juhu endlich ein bisschen Action und los ging die Jagd nach Dosenfutter und Instantnudeln. Doch einen Haken hatte das ganze allerdings…Die Sprache!

Wenn man in ein fremdes Land fährt wo nur Spanisch gesprochen wird sollte man zumindest die Grundkenntnisse beherrschen sollte man meinen dem war allerdings nicht so und so wurde selbst das Brot oder Wurst kaufen an der Theke zu einer 10 Minuten Prozedur welche die anderen Kunden nicht ganz so lustig fanden aber Hei was soll dachten wir uns, wenn die in Wien einkaufen gehts ihnen bestimmt genauso 😀

Punta Arenas liegt wo? Richtig in Chile! Und wo genau? Richtig an der Magellanstrasse und wieso heist die so wie sie heist? Richtig, weil vor vielen vielen Jahren ein Herr Namens Fernão de Magalhães hier durchgekommen ist als er eine Passage zwischen dem Atlantik und dem Pazifik suchte und sich die Heutige Magellanstrasse als richtig herausgestellt hatte. Vor der Eröffnung des Panamakanals war Punta Arenas ein wichtiger Handelsort verlor aber später die Bedeutung doch rechtzeitig kam der Zweite Aufschwung der Stadt als Zentrum für Chiles Wollhandel was bei den ca. 40.000 Schafen auf den zahlreichen Estancias nicht verwundert.

Punta Arenas war wie viele Städte hier am Rande der Welt früher als Strafkolonie gegründet worden und musste so dachten wir uns doch etwas Geschichtliches oder historisches im Stadtzentrum vorzuweisen haben. Nun ja also wer wegen der Kultur hierher kommt der wird wahrscheinlich bitter enttäuscht werden denn bis auf eine Handvoll Gebäuden aus dieser Zeit sieht man hier nicht viel und das schönste habe ich euch unten in den Fotos hineingestellt. Nachdem wir allerdings schon im Zentrum waren und unser Auto endlich geparkt hatten wollten wir nicht unverrichteter Dinge wieder weiter und so entschieden wir uns für einen kleinen Spaziergang was sich allerdings als etwas problematisch herausstellte.

Schon mal etwas vom Patagonischen Wind gehört? Jaaa da war er endlich und das mit voller Wucht bei einer Stärke wo in Österreich schon alle Warnkarten Rot sind und niemand mehr vor die Haustür geht werden hier im Schanigarten noch die Weingläser eingeschenkt…. So etwas hatte ich noch nie erlebt als wir bei der roten Ampel Standen mussten wir uns an den Straßen Tafel festhalten um nicht umgeblasen zu werden und das ist jetzt absolut nicht übertrieben! Seht selbst—->

Da ich für den nächsten Tag 8 Uhr morgens die Autofähre nach Porvenir gebucht hatte mussten wir Abends bereits am Fährterminal sein und somit machten wir uns noch einen angenehmen Tag in Punta Arenas mit einer super leckeren Pizza und kauften noch den Rest an Kleidung was uns noch gefehlt hatte um Startklar für das Abenteuer Patagonien zu sein was es auch werden würde was sich später herausstellte aber dies ist wieder eine andere Geschichte 🙂 

Die Autofähre über die Magellanstrasse nach Porvenir ging wie nicht anders zu erwarten im Hafenviertel weg und somit war auch gleich ausgemacht wo unser Übernachtungsplatz für heute sein wird nämlich direkt am Hafen neben den öffentlichen Toiletten und ‘nem wunderbaren Blick auf die Magellanstrasse allerdings war unsere erste Nacht nicht gerade der Hit da es ganz schön heftig geregnet hatte und unsere Windschutzscheibe nicht Wasserdicht war mussten wir etwas improvisieren und einen Becher als Auffanglas in den Fußraum stellen um nicht unser ganzes Zeugs nass zu machen. Und wie schon zu Anfangs gesagt waren wir eher mehr auf Sommer ausgerichtet und nicht auf Nachttemperaturen unterhalb der 10 Grad Marke und so war uns im wahrsten Sinne des Wortes Arschkalt…. Wenn einer eine Reise Tut dann kann er was erzählen dachte ich mir und probiert irgendwie einzuschlafen. 😛

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