Feuerland-Königspinguin

In dieser Geschichte wollen wir gemeinsam einen Ausflug nach Feuerland machen und Tiere besuchen welche es hier wahrscheinlich bald nicht mehr geben wird. Genau die Rede ist von Pinguinen aber nicht von irgendwelchen Pinguinen, sondern den Königspinguinen welche nach den Kaiserpinguinen zu den zweitgrößten ihrer Art gehören. Ein ausgewachsener Königspinguin erreicht eine Körpergröße zwischen 80 und 95 cm und mit ihrem Weiß glänzenden Brustgefieder und den schwarzen Kopf sind sie nicht zu verwechseln. Königspinguine können sich anhand ihrer Stimme des Gesangs gegenseitig erkennen was sich zu einem richtigen Konzert hochschaukelt, wenn mal einer damit anfängt. 

Aber jetzt mal zurück zum Anfang denn Feuerland ist Groß und die Pinguine im Vergleich sehr klein also müsst ihr schon genau wissen wo ihr hinfährt denn so viele Kolonien gibt es hier nicht. 

Frisch angekommen in Porvenir mit der Autofähre aus Punta Arenas mussten wir uns erst mal umstellen von Asphaltstraßen auf gravel Road was uns allerdings nach Afrika und Australien nicht allzu schwergefallen ist. Denn bis auf die “Hauptstraße” welche von Norden nach Süden bis Ushuaia geht sind alle Straßen auf Feuerland Schotterstraßen. Also gings von Porvenir aus mal stets Richtung Westen in die Bahia Inutil denn hier so hatten wir uns in Punta Arenas bereits informiert sollte es ein Königspinguin Kolonie geben. 

Parque Pinguino Rey liegt ganz am Ende der Bucht ganze 2 Autostunden von Porvenir entfernt das kommt natürlich immer darauf an in welcher Geschwindigkeit ihr über die Schotterpisten brettert aber da ich unseren Camper nicht gleich am ersten Tag den Todesstoß geben wollte gingen wir es ohne Stress an und machten uns auf die Reise. 

Angekommen Am Parkeingang staunten wir nicht schlecht das mitten in der Pampa hier gibt es 150 km nichts herum doch so viele Menschen waren. Mit einem Eintritt von 20 $ ist das ganze doch ein recht teurer Spaß, wenn man bedenkt das man Pinguinen beim faul herumliegen zusieht aber wenn man schon mal hier ist. Außerdem hatten mir die Königspinguine noch in meiner Fotosammlung gefehlt und so zahlten wir brach unseren Eintritt und bewegten uns in Richtung Holz Verbau von welcher aus man die kleinen Tierchen beobachten konnte. In dieser Kolonie sind ständig zwischen 50 und 70 Tieren anwesend aber es empfiehlt sich ein Fernglas mitzunehmen da es vom Holzzaun bis zu den Pinguinen doch recht weit ist. 

Wir hatten das Glück das gerade Junge Tiere mit noch grauen Federkleid hier waren. 

Und so vergingen gleich mal gute 2 stunden nur um uns die Pinguine anzuschauen und Fotos zu mache. Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht aber wir hatten ja keinen Stress und hatten den Luxus überall wo es uns beliebt zu Übernachten und so ging es kurz bevor ein Reisebus mit Chinesen ankam für uns schon wieder weiter. Mal schauen wohin uns unser Pacman (Camper Van) heute noch ragen würde doch was da noch auf uns zukam mit dem hatten wir sicher nicht gerechnet.

Nach dem eigentlich sehr einfach und unkomplizierten Grenzübertritt bei San Sebastian ging es weiter bis nach Rio Grande durch eine grandiose Landschaft mitten durch ganze Guanako Herden und dann wieder vorbei an Ölfelder immer Richtung Süden. Angekommen in Rio Grande waren wir wenig überrascht das diese Stadt nicht wirklich viel zu bieten hatte Außer überfüllte Tankstellen. Man mag es kaum glauben aber es gibt hier auf den Tankstellen tatsächlich Lieferprobleme mit dem Benzin um nochmal darauf zurückzukommen das wir vor einer halben Stunde noch durch riesige Ölfelder gefahren sind. Und so warteten wir wie fast 100 andere Autofahrer eine Stunde darauf das es wieder genügend Benzin gab um uns für die nächsten 400km voll zu tanken.

Wie schon erwähnt war Rio Grande nicht gerade eine Augenweide und so gings für uns auf direkten Wege wider Richtung Süden hinaus aus der Stadt immer weiter Richtung Ushuaia. Ca. 50km hinter Rio Grande hatten wir auf der rechten Fahrbahnseite ein Feuer ausgemacht und wurden etwas langsamer um uns das mal genauer anzusehen. Beim näheren Betrachten stellten wir fest da hier noch andere Autos herumstanden das es sich wohl um eine Art Campingplatz handelt. Tatsächlich war es aber eine alte Militärstation welche von einem alten Militärfanatiker namens Vladi bewohnt wurde, was allerdings der Idee hier zu übernachten keinen Abbruch tun würde.

Nicht einmal 5 Minuten auf dem “Platz” kam Vladi schon zu uns herüber und stellte sich als der Platzmeister bei uns vor und begrüßte uns sehr herzlich erklärte uns als und dass man das Wasser aus dem naheliegenden Fluss ja nicht trinken dürfe und verschwand sogleich wieder in der Dunkelheit. Carina und ich schauten uns an und waren irgendwie perplex was das jetzt gerade gewesen sei. Ein ca. 60 Jahre alter Mann in Militäruniform welcher in einer Ruine mit ‘nem offenen Feuer in der Mitte wohnt und jetzt Trinkwasser holen geht zu einer Quelle die ca. 3 km entfernt ist. WIE GEIL!!!

 Nach dem täglichen essen machen und Tagebuchschreiben ging es dann doch etwas verunsichert was so alles auf uns zukommen wird in dieser Nacht zu Bett.

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