Wildes Patagonien- Vom Torres del Paine nach El Calafate

Total verschlafen krochen wir aus unseren kuschel warmen Schlafsäcken schlüpften in unsere Klamotten und begrüßten den neuen Tag mit einem kleinem Frühstück komplett alleine an einem kleinen Bergsee nicht weit vom Torres del Paine Nationalpark. Es versprach ein guter Tag zu werden denn noch im Bett liegend oder besser gesagt im Auto sahen wir eine Menge Guanakos den Bergsee entlang spazieren. Während Carina sich ihr Frühstück machte, konnte ich wie sollte es auch anders sein es nicht mehr erwarten, schnappte meine Kamera und schlich mich auf leisen Füßen an die grasenden Guanakos an und siehe da sie waren diesmal gar nicht so scheu wie sonst immer. Guanakos sind, wie ich finde extrem scheue Tiere kaum wird man mit dem Auto auch nur langsamer suchen sie schon das weite und da könnt ihr euch vorstellen, wie das erst ein Geduldspiel ist wenn man es zu Fuß probiert. Doch heute hatte ich Glück und ich konnte diese genialen Fotos machen, um sie hier mit euch zu teilen.

Nach einer gefühlten ewig gings wider zurück und wir machten uns auf den Weg zu unseren heutigen Etappenziel dem Gletscher Perito Moreno in El Calafate in Argentinien doch bevor wir überhaupt so weit kommen konnten, mussten wir erst mal über die Grenze und das ist anders als hier in Europa wo wir uns glücklich schätzen können so ein Privileg wie Schengen zu Haben anders und man wartet eine gefühlte ewigkeit nur, um einen Stempel zu bekommen. Angekommen am Grenzübergang Torres del Paine standen wir auch schon in der Schlange für den Stempel in unseren Reisepass und den Auto Papieren. Im Laufe unserer Südamerika Reise hatten wir 8 mal die Grenze überqueren müssen jetzt könnt ihr euch vorstellen, dass es irgendwann zur Routine wird aber es war immer lustig zumindest mit den Grenzbeamten, wo einer meinte ” AHH Östereich Lederhosen?!

Und so ließen wir die Grenze wieder einmal hinter uns und uns zog es weiter. Wir fuhren durch endlose weite Graslandschaften hin und wieder mit Guanakos oder Flamingos und auch ein Patagonischer Fuchs querte unsere Strasse. Obwohl uns schon bei der Autovermietung gesagt wurde das diese Strasse, welche ich vor hatte zu fahren da es eine erhebliche Abkürzung war nicht gut sein sollte und uns vehement davon abgeraten wurde diese zu benutzen konnte ich es wieder einmal nicht lassen. Das Leben beginnt außerhalb der Komfortzone!

Kaum auf der Straße wussten wir nun auch wieso uns alle abgeraten hatten diese zu benutzen denn mehr als 15 km/h allerhöchsten waren hier nicht drin und ein kleines Detail am Rande war das jenes auto, welches ich vorhin vor mir hatte auch nach unserer Abkürzung wider vor mir fuhr aber bitte was solls dafür hatten wir was erlebt, und zwar einen Straßenzustand wie du ihn in Europa niemals finden würdest.

Endlich angekommen in der Argentinischen Stadt El Calafate besorgten wir uns erst einmal genug Wassercontainer denn wir waren schon ziemlich leer nach den letzten paar Tagen in der Pampa. Gesagt getan und wenn wir schon mal in einer Stadt sind, dann konnten wir uns doch mal den Luxus des Essengehens leisten und so gings für uns wie sollte es auch anders sein erst mal zu einer Pizzeria direkt an der Hauptstraße von El Calafate. Der angenehme Nebeneffekt eines Restaurants ist immer das freie Wifi….

Carina nutzte die Wartezeit auf unsere Pizza, um sich ihre Haare im Waschbecken der Damentoilette zu waschen und verursachte eine so extreme Überschwemmung im ganzen Raum das selbst die Putzfrau, welche nur wenig später kam die Hände zusammenschlug und nicht wusste, was sie sagen sollte.

Nachdem wir unsere Tomaten Basilikum Pizza mit extra Käse endlich verputz hatte gings noch eine Runde durch die Einkaufsstraße und über den Handarbeitsflohmarkt wo man schöne Souvenirs zu einem guten Preis bekommt.

Bevor wir aber in Richtung Perito Moreno Gletscher aufbrechen konnten, mussten wir noch einen kurzen Tankstopp einlegen und ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was für eine Veranstaltung das an Argentinischen Tankstellen ist denn unter einer Wartezeit von 20-30 Minuten auf eine Freie Zapfsäule läuft hier mal überhaupt nichts. Und ist man erst mal dran dauerts noch mal so lang, weil ein Tankwart für die gesamte Tankstelle zuständig ist :)

Geschafft ein voller Bauch und ein voller Tank sind die besten Voraussetzungen für einen schönen Sonnenuntergang irgendwo im Wilden Patagonien und so suchten wir uns ein Plätzchen für unseren Bus was allerdings gar nicht so einfach war, den hier ist es mehr Touristisch als in den noch etwas weiter südlich gelegenen Regionen und man sieht an jeder Ecke ein Campen verboten Schild. Schlussendlich hatten wir aber unseren Platz samt Campen verboten Schild auf eine Kuhweide unweit des Eingangs in den Nationalpark Perito Moreno gefunden und erlebten, wie sollte es auch anders sein einen Sonnenuntergang wie aus dem Bilderbuch.

Es ist schon etwas unheimlich ganz alleine in der freien Natur zu stehen und zu wissen, dass die nächste Ortschaft ca. 100km weit weg ist. Da fragt man sich dann schon warum es außerhalb des Autos mitten in der Nacht plötzlich kracht und knirscht. Des Rätsels Lösung waren am nächsten Morgen die Fußspuren einer ganzen Kuhherde die in der Nacht an unserem Bus vorbeigekommen sein musste.